Beleuchtung von Meerwasser-Aquarien
Grundsätzlich gibt es zu sagen es gibt nie das ideale und auch nie genug Licht. Die Lichtmenge hängt somit vom Ihrem Geldbeutel ab. Wir können nur versuchen unseren Aquarium-Bewohnern (Korallen) über die Beleuchtung eine harmonisierende spektrale Zusammensetzung über das Licht zu erreichen. Wir dürfen dabei nicht vergessen dass unsere Tiere aus den unterschiedlichsten Lebensräumen stammen. Wenn wir ein Riff betrachten müssen wir einzelne Bereiche oder Gebiete voneinander differenzieren.
Gehen wir in Gedanken von einer Zone zur anderen kommen wir zuerst in die Sandzone (Lagune)das ist das Gebiet zwischen Strand (Küste) und dem Innenriff, übergehend. Danach folgt das Riffdach das wiederum leitet zur Riffkante die man auch nochmals in verschiedene Tiefen einteilen kann( Riffwand ).
Zu nennen sind folgende Zonen:
1.Die Sandzone (Lagune)
2.Innenriff
3.Riffdach
4.Riffkante zur Riffwand ab 10 Meter Tiefe
5.Riffkante zur Riffwand ab 20 Meter Tiefe
Gehen wir nun auf die einzelnen Gebiete ein.
Die Sandzone:
Seicht dadurch schnell wechselnde Bedingungen. Das Wasser hat so gut wie keine Filterwirkung mehr. Temperatur des Wassers kann sich schnell verändern. Nur widerstandsfähige Korallen können hier überleben z.B. vereinzelte PoritesSteinkorallen. Besonders Seegras gedeiht.
Das Innenriff:
Das Wasser meistens trüb und stark bewegt durch Wasserströmungen Tiere die hier leben benötigen das volle Lichtspektrum. Aus allen Richtungen bricht das Wasser über die Tiere herein. Tageslichtspektrum vollständig vorhanden aber durch Trübungen gefiltert.Symbiosealgen sind darauf ausgelegt das volle Lichtspektrum mit vereinzelten Trübungen zu bewältigen.
Das Riffdach:
Korallen erhalten hier im normalen Fall mehr Licht als im Innenriff. Das Wasser ist durch starke Wasserströmungen vielfach klarer. Korallen die hier und auch im Innenriff leben bekommen mehr Licht obwohl Sie in der gleichen Tiefe leben. Korallen werden von allen Seiten her durch die starke Bewegung der Wasseroberfläche das einen Linseneffekt hervorruft bestrahlt, was sich wiederum auf die Form der Koralle auswirkt ( Wuchsbild ).
Riffkante zur Riffwand ab 10 Meter:
Die Lichtmenge nimmt nun stetig ab und das Wasser absorbiert Teile des Spektralbereichs. Bestimmte Farbtöne sind nun schon nicht mehr vorhanden. Ab ca. 10 Meter Tiefe sind Rot und Gelbtöne fast verschwunden. Das Wasser wird nun als blaustichig empfunden. Tiere haben sich auf den blauen Anteil der Lichtstrahlung mit Ihren Symbiosealgen eingestellt.
Riffkante zur Riffwand ab 20 Meter:
Nur der blaue Anteil der Lichtstrahlung ist in dieser Tiefe normaler Weisse noch vorhanden. Das Licht trifft völlig senkrecht auf unsere Korallen. Tiere dieser Tiefe haben sich auf die Blaustrahlung des Sonnenlichts spezialisiert was durchaus Auswirkungen auf die Fluoreszenz der Tiere hat.
Der Fachhandel bietet inzwischen Leuchtmittel für all diese Zonen an. Die Lichtfarben werden meist durch verschiedene Gasmischungen oder Leuchtstoffe erzielt.
Grundsätzlich ist zu sagen dass sich Lichtfarben zwischen 5000 K und 20000 Kelvin für diese Zonen eignen. Dies sind Tageslichtfarben oder eine blaue Variante.
Wie sieht die Beleuchtung der Zukunft aus. Energie wird stetig teurer das heisst wir müssen bei Planung uns dessen bewusst sein das ein grosses Becken erhebliche Kosten verursachen kann, und man somit die Vernunft walten lassen sollte damit wir oder unsere Familie nicht darunter finanziell leidet den dann ist die Freude an diesem vielseitigen Hobby merklich getrübt.
Wir können nicht erwarten dass man Tiere unterschiedlicher Tiefen dauerhaft miteinander pflegen kann, die Ansprüche der Tiere sind zu unterschiedlich um allen gemeinsam das richtige Licht zu bieten. Daraus ergibt sich nun auch die Konsequenz bei der Planung eines Aquariums sich über einige Faktoren Gedanken zu machen, die wiederum auch den Geldbeutel schonen.
Die Zukunft liegt in den Händen der Hersteller, die an verschiedenen Beleuchtungsmitteln forschen wie z.B. Lichtleiter, Folienleuchtmittel ,Lampen mit Mikrowellengenerator, des weiteren spezielle Reflektoren, Simulationen des Sonnenstandes, Mondphasen was leider immer noch viel zu wenig beachtet wird denn dadurch werden Ablaichungen im Aquarium erst möglich. Langsames hochfahren oder abgestuftes Einschalten des Licht macht es unseren Fischen Wirbellosen überhaupt möglich stressfrei Ruheplätze zu suchen.
Die Zukunft unserer Beleuchtung kann darum nur dahin gehen ein möglichst natürliches Licht zu erzeugen das einen Tagesablauf und somit auch einen Nachtzyklus beinhaltet bis hin zu Wolkensimulationen und natürlich jegliche Art von Energieeinsparung beinhalten sollte. Anpassung der Reflektoren die somit wieder eine höhere Lichtausbeute ergeben.
Gut hat es derjenige der das natürliche Sonnenlicht nutzen kann und somit einige Kosten im Griff hat.
Widmen wir uns nun den verschiedenen Leuchtmitteln zu: Welche Leuchtmittel eignen sich für das Hobby Meerwasseraquaristik?
1.Leuchtstofflampen:
ab 7mm bis 38 mm Durchmesser von 6 Watt bis 140 Watt Lumilux Daylight - Lumilux Plus Daylight – oder verschiedene Lichtfarben (Osram) 11 12 21 22 67 72
2.Kompaktleuchtstofflampen:
16 mm Durchmesser von 18 bis 55 Watt in den Lichtfarben 11 21 67.
3.Halogenmetalldampflampen (HQI):
Stecksockel von 70 bis 2000 Watt (150-250-400-1000 Watt) Schraubgewinde von 175 bis 2000 Watt (175-250-400-1000-2000 Watt).
Welches Leuchtmittel benötigen wir nun für unsere Aquarien.
Dies ist abhängig von der Beckengrösse und der Höhe, je höher desto weniger kann man auf HQI Leuchtmittel verzichten. Halten wir sonnenhungrige Tiere sollte man die Leuchtmittel mischen.
HQI-Tageslichtröhren-Blaulichtröhren Anzahl und Watt richten sich wie oben beschrieben nach Höhe und Grösse.
Halten wir Tiere z.B. Leder-Weichkorallen Tiere die Nahrung aufnehmen werden wir mit Leuchtstofflampen auskommen, falls Ihr Becken sehr hoch ist sollte man auch hier auf eine HQI Lampe(n) nicht verzichten
Tiere aus grösserer Tiefe benötigen einen hohen blauen Anteil des Lichtspektrums.
Wenn Sie sich entschliessen das Hobby Meerwasseraquaristik zu betreiben sollten sie sich Gedanken darüber machen welche Tiere man pflegen möchte und sich in der Fachliteratur das nötige Wissen aneignen um in Erfahrung zu bringen welche Bedürfnisse unsere Tiere haben.
Vergessen wir nie das wir Tiere pflegen die sich nicht äussern ob es Ihnen gut oder schlecht geht darum sollten wir auch ein nötiges Fachwissen und ein gutes Auge über den Zustand der Tiere entwickeln.