Chemie/Physik im Meerwasseraquarium

 

 

 

Das Aquarium und dessen Bewohner sind auf uns angewiesen das wir das richtige tun und im richtigen Moment handeln wenn es nötig ist. Als ich mit der Meerwasseraquaristik begonnen habe musste man sich auf sein

 

 Augen/ Fingerspitzengefühl und sein Wissen das bei diesem Hobby sehr breit gefächert ist verlassen. Vieles war noch unbekannt. Dadurch war man darauf angewiesen sich erst das nötige Wissen anzueignen da ja bekanntlich in der Chemie/Physik Faktoren zusammen hängen die wieder etwas auslösen.

 

Zu dieser Zeit hatten die allermeisten Aquarianer nur Fischbecken da es sehr schwer war Niedere-Tiere länger am Leben zu erhalten.

 

Meistens hatten wir noch ein kleineres Aquarium in dem man alles ausprobierte um die Tiere nicht eingehen zu lassen.

 

Das Wissen um die Aquaristik von heute verdanken wir somit diesen Leuten die manchmal Ihr ganzes Herzblut und Kosten auf sich nahmen.

 

Deutschland war hier eines der Länder die, man kann sagen Pionierarbeit für uns Hobby geleistet haben.

 

Und man sollte es Ihnen auch danken  indem man von Ihren Erfahrungen lernt.

 

Da wir uns mit lebenden Tieren beschäftigen sollten wir uns immer auch Gedanken machen wie ein Fisch oder Niedere-Tiere zu uns kommen. (Fischfang unter Importen nachlesen)

 

Beginnen wir nun über das Leben und was es dazu braucht das es in einem Aquarium auf Dauer auch stattfindet.

 

Dadurch dass wir lebende Organismen betreuen müssen wir sie in einem Kreislauf aufnehmen, den wir immer wieder auf eine irgendeine Art korrigieren müssen.

 

Vieles geht mit der Zeit von alleine nehmen wir die Leistung des Aquariums das Wasser stabil zu halten, was eine gute Bakterienfauna voraussetzt.

 

 

Um die wichtigsten chemischen Begriffe sollte jeder Aquarianer Bescheid wissen den diese sind die Grundlage für Erfolg oder Misserfolg.

 

 

 

Ammoniak Ammonium

 

 

Ammoniak ist schon in kleinen Spuren von 0.01mg/Liter giftig. Der Ammoniakgehalt ist abhängig vom pH wert und der Temperatur. Um einem zu hohen Gehalt von Ammoniak/Ammonium gar nicht erst aufkommen zu lassen sollt man im voraus wissen welche Tiere man pflegen möchte.

 

Je grösser Fische sind und umso mehr Fische man hält desto grösser ist die Futtermenge die man den Tieren täglich gibt. Dieses wiederum reichert täglich unser Wasser mit der Stickstoffverbindung an.

 

Für  Aquarianer die aber Niedere Tiere pflegen ist es umso wichtiger den Fischbesatz und die Futtermenge aufeinander die Filterleistung und ihre Bakterienfauna anzupassen.

 

Es sollte in der heutigen Zeit nicht mehr passieren das Tiere an einer Ammoniak/Ammonium-Vergiftung sterben.

 

Machen Sie regelmässig Wasserwechsel mit einem guten Salz.(Mehr finden sie im Shop)

 

 

Nitrit

 

 

 

Nitrit ist die nächste Abbaustufe von Ammoniak die Nitrosomonas Bakterien in die Wege geleitet haben.

 

0.2-0.5mg/Liter sind auf Dauer schädlich für Fische und andere Bewohner.

 

Liegen die Werte darüber ist innerhalb weniger Stunden alles Leben im Aquarium zu Ende.

 

Messen Sie den Nitrit Gehalt bei einer Neueinrichtung täglich!!!

 

Nitrat

 

 

 

Nitrat ist das Abbauprodukt von Nitrit. Es gilt auch diesen zur Pflege von Steinkorallen möglichst klein zu halten. Nitrat sollte in einem mit Steinkorallen besetzten Becken nur noch in kleinen Spuren nachweisbar sein.

 

Die Gefahr die Nitrat mit sich bringt liegt darin das durch eine Reduktion aus dem ungiftigen Nitrat durch den Ausfall der Sauerstoffzufuhr ins Aquarium wieder Nitrit entsteht und unsere Tiere sehr schnell verenden können.

 

 

 

 

Phosphat

 

 

Phosphat entsteht durch den Abbau von Futter-Urin letzt endlich alles was sich im Wasser zersetzt kann auch Phosphat produzieren, Werte  für ein Steinkorallen-Becken sollten kleiner als 0.05 mg/Liter betragen. Weichkorallen vertragen auch einen Wert von 10 mg/Liter.

 

Heute kann man den Wert von Phosphat relativ gut in den Griff bekommen mit einem Absorber am besten auf Eisenbasis.

 

 

Abschliessend zu Ammoniak-Nitrit-Nitrat ist zu sagen dass wenn wir unser Aquarium planen folgende Punkte beachten und beherzigen sollten.

 

1. Planen sie Ihr Becken genug gross

 

2. Sparen Sie nicht an Lebenden Steinen guter Qualität (Sie können über uns Lebende  Steine bestellen). Kaufen Sie auch Lebenden Sand der dicht von einer Bakterienfauna angereichert ist.

 

3. Planen Sie in Ihrem Filter –Becken einen Sandfilter mit ein, Vorteil ist das Sie auch Nitrat und Phosphat entfernen können, was aber nicht heissen soll das Sie nun die Anzahl der Fische hochfahren können sondern den Wert so halten wie er mit einem überdachten Besatz erfolgen sollte.

 

4. Sparen Sie nicht an einem guten Eiweissabschäumer, dieser nimmt den grössten Teil der Abbau-Produkte im Aquarium laufend aus dem System.

 

5. Kaufen Sie sich eine Osmose-Anlage um den Eintrag von Ammonium Nitrit Nitrat Phosphat schon bei der Herstellung von unserem Meerwasser so gering wie möglich zu halten.

 

6. Machen Sie regelmässig einen Wasserwechsel mit einem guten Salz und Osmosewasser.

 

7. Vermeiden Sie tote Winkel im Aquarium an die keine Strömung kommt.

 

8. Zählen Sie Ihre Fische täglich.

 

9. Zu dicke Fische sterben früher, füttern Sie nur soviel das kein Futter am Boden liegen bleibt.

 

10. Halten Sie Einsiedlerkrebse, diese kommen auch an Stellen die für Fische unerreichbar sind.

 

Spülen Sie Frostfutter gut ab.

 

11. Erzeugen Sie eine gute Oberflächen-Bewegung des Wassers, und wälzen Sie Ihr Aquariumwasser genügend oft um.(Pflegebedürfnisse Ihrer Tiere beachten)

 

Wenn Sie alle diese Punkte beachten sollte im normalen Fall Ihr Hobby nicht zum Problem werden.

 

 

 

pH Wert

 

 

 

Der pH wert gibt uns an ob eine Substanz basisch oder sauer ist. Der Wert pH 7 ist neutral. Den Wert den wir im Aquarium messen sollten beträgt 7.8 - 8.3 diesen werden wir auch am Anfang einer Neueinrichtung haben. Je grösser aber der Verschmutzungsgrad unseres Wassers aber ist oder umso älter das Wasser ist desto mehr wird der Wert sinken. Machen Sie bei sinkendem pH wert einen Wasserwechsel. Gutes Salz hat alle Komponenten integriert um eine Pufferwirkung nach oben zu erreichen.

 

 

 

Sauerstoff

 

 

 

Den Sauerstoffgehalt kann man messen muss aber nicht sein. Beachten Sie die 11 Punkte oben, sollten Sie keine Probleme haben. Der Eiweissabschäumer trägt auch dazu bei Sauerstoff ins Wasser einzutragen.

 

Ozon

 

 

Sie können mit einem Ozonisator Ozon erzeugen. Mit Ozon können Sie das Nitrit in Nitrat umwandeln. Ozon ist für Fische giftig und sollte nie direkt ins Aquarium eingetragen werden. Man sollte es niemals im Raum riechen können. Falls optimale Bedingungen nur mit dem Dauereinsatz von Ozon erreicht werden, machen Sie etwas falsch.(Lebende Steine/ Lebenden Sand einbringen, arbeitet der Eiweissabschäumer optimal)

 

Mit Ozon bekommen Sie aber wiederum den gelbstich des Wassers weg, das Wasser wird wieder klar.

 

Abschliessend zum Ozon ist zu sagen eine gute Sache im richtigen Moment  angewendet, um eventuelle Spitzen der Verunreinigung weg zu bringen, oder eine prophylaxische Vorsorge gegen Fischkrankheiten sollten den Kauf eines Ozonisators rechtfertigen. Das heisst einen Ozonisator im Aquarium integrieren und bei Bedarf laufen lassen. Wenn Sie die Menge hochgefahren haben, fahren Sie diese auch langsam wieder herunter. Leiten Sie Ozon über den Eiweissabschäumer ein.

 

 

Die Oxydation

 

 

Oxydation entsteht durch den Verbrauch von Sauerstoff. Um Nitrit in Nitrat umwandeln zu können oxydiert Nitrit zu Nitrat, diesen Vorgang nennt man Oxydation. Dies kann nur durch einen Sauerstoff-Überschuss geschehen, nur so können Nitrabacter-Bakterien im optimalen Bereich arbeiten.

 

 

Die Reduktion

 

 

Sauerstoff wird abgeben und somit Wasserstoff gebunden. Soll heissen wir haben keinen Sauerstoff-Überschuss im Wasser, nun reduziert Nitrat zu Nitrit dieser wiederum zu Ammonium. (Tote Fische absterbende Bakterienfauna)Um die Reduktion zu vermeiden beachten Sie die 11 Punkte. 

 

 

Der Stickstoffkreislauf

 

 

Im Aquarium werden laufend Eiweissstoffe produziert dies sind Fischurin, Fischkot, tote Tiere, Futterreste.

 

Aus Ammonium wird Nitrit.

 

Aus Nitrit wird  Nitrat.

 

Nitrat können Pflanzen oder Algen wieder für sich verwerten.

 

Nitrat kann sich wieder zu Nitrit und dieser wiederum zu Ammonium umwandeln wenn im Aquarium

 

 Sauerstoffmangel herrscht.

 

 

Wasserfarbe

 

 

Unser Aquariumwasser sollte glasklar sein!!! Folgendes kann auftreten: Bei weisslich trüber Färbung ist meist eine Bakterienvermehrung die Ursache. Diese Bakterien sind höchstwahrscheinlich durch eine Übermässige Fütterung entstanden und sind gefährlich und schädlich durch Ihre Stoffwechselprodukte die sie produzieren.(Sofortiger Wasserwechsel mehrere Male/UV Bestrahlung des Wassers/Ozonisierung ca. 25 mg/Std.

 

 

Gelbes Wasser entsteht durch z.B. Phenole. (Wasserwechsel/Ozon)

 

 

Grünliches Wasser entsteht durch einzellige Algen.(UV-Bestrahlung/Ozon/starke Filterung über Patronen)

 

 

Spurenelemente/Mineralien

 

Das einbringen von Chemischen Zusätzen resp. Spurenelementen bedarf eines guten Fingerspitzengefühls sowie der entsprechenden Beobachtungsgabe für den Gesundheitszustand unserer Tiere, das sich nach einer gewissen Zeit bei Ihnen entwickelt haben sollte. Ohne dieses Fingerspitzengefühl erreichen Sie keine erfolgreiche und Artgerechte Pflege Ihrer Tiere und Ihr Aquarium wird Ihnen als "Randbecken" sicherlich wenig Freude bereiten. Ich empfehle Ihnen hierzu einen guten Calziumreaktor um die jeweilige Sättigung des Calcium zu erreichen oder Sie können auch die Ballingmethode anwenden um die benötigten/verbrauchte Mineralien wieder ins Aquarium einzubringen.  Benötigte Spurenelemente hält Ihnen der Fachhandel in Diversen Gebinden und je nach Anforderungsprofilen bereit. Spurenelemente und Mineralien sollten also so eingebracht werden das sich unsere Korallen wohl fühlen, öffnen, und somit Ihr Wachstum unterstützt wird. Je nach Tierbestand erfordert die Haltung einen wöchentlichen Wasserwechsel von 5-10%, welcher zum Beispiel ebenfalls für eine erfolgreiche Haltung von Weichkorallen von Nöten ist. Messen Sie die wichtigen Werte damit sich keine Toxische Anreicherung einstellt.

 

Der Wasserwechsel mit einem guten Salz nimmt Ihnen eine dauernde Zugabe von Spurenelemente und Mineralien zum grössten Teil ab.

 

 

Wasserstoffperoxid

 

 

30% Wasserstoffperoxid ist ein wunderbares Mittel um Glasrosen zu bekämpfen. Mit einer Insulinspritze können Sie die feine Nadel in das Tier führen und ein paar Tropfen einspritzen.

 

 

Abschliessend zur Chemie und Physik ist zu sagen, haben Sie Geduld, kaufen Sie keine Billigprodukte, suchen Sie sich ehrlichen Rat, experimentieren Sie nicht zu viel mit Substanzen wenn Sie deren Wirkung auf das Aquarium nicht wissen.